Neuigkeiten zu Zinsen – Das BMF informiert

Steuerliche Behandlung von Negativzinsen &
Erstattungszinsen vom Finanzamt

Negativzinsen, Zinserstattungen - das BMF informiert

Negativzinsen – BMF trifft Ausnahmeregelung

Die aktuelle Niedrigzinspolitik stellt Anleger und Sparer vor neue Herausforderungen. Immer mehr Banken erheben einen Negativ- oder Strafzins auf die Guthaben ihrer Privatkunden. Zwar sieht die Finanzverwaltung darin wirtschaftlich eine „Verwahr- und Einlagegebühr“ und damit Werbekosten, jedoch werden diese durch den Sparer-Pauschbetrag (€ 801,00 bzw. € 1.602,00 bei Zusammenveranlagung) abgegolten.

Mit dem BMF-Schreiben vom 19.02.2021 hat das BMF zwar seine Haltung noch einmal bekräftigt, eröffnet aber auch die Möglichkeit, Negativzinsen bei Anlageprodukten mit gestaffelten Zinskomponenten als negative Einnahmen in Abzug zu bringen. Bei sogenannten Staffelzinsen ist die Gesamtverzinsung im Zeitpunkt des Zuflusses zu betrachten. Ist die Gesamtverzinsung positiv, so handelt es sich insgesamt um Einnahmen im Sinne des § 20 Absatz 1 Nr. 7 EStG – eine Verrechnung der positiven und negativen Zinsen ist also zulässig. Eine negative Gesamtverzinsung ist hingegen stets insgesamt als Verwahr- oder Einlagegebühr zu behandeln. Die von einem Unternehmen entrichteten Negativzinsen stellen steuerlich grundsätzlich voll abzugsfähige Betriebsausgaben dar.

Zinsen auf Steuererstattungen – BMF erlässt Billigkeitsregelung

Die Verzinsung von Steuernachzahlungen und -erstattungen von 6% p.a. gilt ab dem 15. Kalendermonat nach Ende des VZ gemäß § 233a AO. Während jedoch Zinsen aus Steuernachforderungen nicht steuermindernd geltend gemacht werden können, sind vom Finanzamt geleistete Zinsen aus Steuererstattungen als Einnahmen aus Kapitalvermögen bzw. betriebliche Einkünfte der Besteuerung zu unterwerfen.

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Regina Ditter - Clostermann & Jasper Partnerschaft

Regina Ditter

Manager

Dipl.-Bw. (VWA)
Steuerberaterin

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Negativzinsen –
BMF trifft Ausnahmeregelung

Die aktuelle Niedrigzinspolitik stellt Anleger und Sparer vor neue Herausforderungen. Immer mehr Banken erheben einen Negativ- oder Strafzins auf die Guthaben ihrer Privatkunden. Zwar sieht die Finanzverwaltung darin wirtschaftlich eine „Verwahr- und Einlagegebühr“ und damit Werbekosten, jedoch werden diese durch den Sparer-Pauschbetrag (€ 801,00 bzw. € 1.602,00 bei Zusammenveranlagung) abgegolten.

Mit dem BMF-Schreiben vom 19.02.2021 hat das BMF zwar seine Haltung noch einmal bekräftigt, eröffnet aber auch die Möglichkeit, Negativzinsen bei Anlageprodukten mit gestaffelten Zinskomponenten als negative Einnahmen in Abzug zu bringen. Bei sogenannten Staffelzinsen ist die Gesamtverzinsung im Zeitpunkt des Zuflusses zu betrachten. Ist die Gesamtverzinsung positiv, so handelt es sich insgesamt um Einnahmen im Sinne des § 20 Absatz 1 Nr. 7 EStG – eine Verrechnung der positiven und negativen Zinsen ist also zulässig. Eine negative Gesamtverzinsung ist hingegen stets insgesamt als Verwahr- oder Einlagegebühr zu behandeln. Die von einem Unternehmen entrichteten Negativzinsen stellen steuerlich grundsätzlich voll abzugsfähige Betriebsausgaben dar.

Zinsen auf Steuererstattungen – BMF erlässt Billigkeitsregelung

Die Verzinsung von Steuernachzahlungen und -erstattungen von 6% p.a. gilt ab dem 15. Kalendermonat nach Ende des VZ gemäß § 233a AO. Während jedoch Zinsen aus Steuernachforderungen nicht steuermindernd geltend gemacht werden können, sind vom Finanzamt geleistete Zinsen aus Steuererstattungen als Einnahmen aus Kapitalvermögen bzw. betriebliche Einkünfte der Besteuerung zu unterwerfen.

Das BMF hat in einem BMF-Schreiben vom 16.03.2021 nunmehr eine Billigkeitsregelung erlassen, nach der unter bestimmten Voraussetzungen auf die Versteuerung von Erstattungszinsen des Finanzamtes verzichtet werden kann. Aus Gründen sachlicher Härte sind auf Antrag Erstattungszinsen im Sinne des § 233a AO nach