Interview: Digitalisierung stellt neue Anforderungen an Steuerkanzleien – zum Vorteil für Kunden

Die Zukunft der Steuerberatung

Im Gespräch mit Tobias Stuber, Wirtschaftsprüfer & Partner bei CJP, über die aktuellen Trends und Veränderungen in der Branche.

Herr Stuber, inwiefern beeinflusst die Digitalisierung bereits heute und in Zukunft die Arbeit von Steuerberatungsgesellschaften wie CJP?

Tobias Stuber: Leistungen wie die Erstellung von Steuererklärungen und die laufende Finanzbuchhaltung machen bislang einen bedeutenden Teil unseres Alltagsgeschäfts aus, werden aber aufgrund der modernen Technologien immer mehr automatisiert ablaufen – quasi „auf Knopfdruck“. Die fortschreitende Digitalisierung wird die Prozesse innerhalb der Kanzlei wie auch die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen Mandant, Kanzlei und den zuständigen Behörden weiter beschleunigen und verändern. Insofernlegen wir auch in Zukunft sehr hohen Wert auf die Schulung hinsichtlich des Einsatzes und der Anwendung von IT-Tools. Gleichzeitig entwickeln wir sinnvolle neue Handlungsfelder und bauen bestehende Leistungen, wie etwa die betriebswirtschaftliche Beratung, aus.

Welche Auswirkungen hat die zunehmende Digitalisierung im Hinblick auf allgemeine Rahmenbedingungen
und das Leistungsspektrum?

Tobias Stuber: Zweifellos tragen moderne IT-Technologien dazu bei, Prozesse zu automatisieren, zu vereinfachen und zu verschlanken. Das gilt selbstverständlich auch für uns. Da es hier um sehr sensible Daten geht, müssen die technischen Systeme ausfallsicher sein sowie hohe Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Unsere Aufgabe besteht unter anderem darin, Mandanten bei der Umstellung auf digitale Prozesse professionell auf allen Ebenen zu begleiten. Dafür ist zum einen ein umfassendes Verständnis hinsichtlich allgemeiner Unternehmensabläufe erforderlich. Zum anderen investieren wir in den kontinuierlichen Ausbau der IT-Kompetenzen und entwickeln unsere eigenen Prozesse stetig weiter.

Was bedeutet das für die Kanzleistruktur und das erforderliche Know-how?

Tobias Stuber: Im Hinblick auf interne Strukturen ist es aus unserer Sicht wichtig, handlungsfähige Teams zu schaffen, die auf kurzen Wegen schnelle, kompetente Entscheidungen treffen. Qualifizierte Mitarbeiter bilden das Rückgrat unserer Kanzlei: Um den komplexer werdenden wirtschaftlichen Vorgängen und daraus resultierenden Änderungen im Steuerrecht Rechnung zu tragen, fördern wir zudem die permanente fachliche Fortbildung. Dafür haben wir ein internes Wissensmanagement etabliert und nutzen natürlich auch externe Weiterbildungsangebote. Leider geht der Fachkräftemangel auch an uns nicht spurlos vorbei, sodass wir bei der Mitarbeitersuche kreative Wege gehen müssen. Gerade angesichts der Erweiterung der betriebswirtschaftlichen Beratung blicken wir über den Tellerrand und bieten künftig auch Experten aus nicht-steuerlichen Fachrichtungen entsprechende berufliche Perspektiven.

Auffällig ist zudem, dass die Ausbildung an Berufs- und Hochschulen den Anforderungen, insbesondere bei der Vermittlung von IT-Kompetenzen und praxisorientiertem Betriebswirtschafts-Know-how, derzeit noch nicht gerecht wird. Diese Lücke schließen wir mit einem eigenen Bildungspaket für unsere jungen Fachkräfte, um sie weiterhin fit für die alltäglichen Herausforderungen zu halten.

Abgesehen von der Digitalisierung – welche neuen Handlungsfelder kommen darüber hinaus auf CJP zu?

Tobias Stuber: Wie bereits angedeutet, wird die betriebswirtschaftliche Beratung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Schon heute stehen wir unseren Mandanten in diesen Fragen als verlässlicher Sparringspartner zur Seite. Auf Basis der Unternehmensdaten der Finanzbuchhaltung erstellen wir beispielsweise betriebswirtschaftliche Auswertungen, Monats- und Quartalsanalysen oder Planungsrechnungen. Sie bilden die Grundlage für unternehmerische Entscheidungen, aber auch für Finanzierungsgespräche mit Banken oder anderen Kapitalgebern. Diesen Bereich werden wir weiter ausbauen und um eine umfassendere und in allen Bereichen vernetzte betriebswirtschaftliche Beratung ergänzen, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU).

So können sich unsere Mandanten intensiver auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Themen wie Unternehmensnachfolge und -verkäufe sind seit jeher Teil unseres Portfolios und werden angesichts aktueller Studien künftig eine noch wichtigere Rolle spielen. Um den Unternehmenswert zu bestimmen oder Firmen generell fit für einen Verkauf zu machen, sind betriebliche Kennzahlen entscheidend. Die Gespräche mit Banken und weiteren Finanzgebern sollten ebenfalls gut vorbereitet werden. Infolgedessen sind umfassende Kenntnisse unter anderem in der Betriebswirtschaftslehre und im Steuer- und Gesellschaftsrecht gefragt.

Insbesondere KMU bieten wir eine professionelle Unterstützung und begleiten sie über den gesamten Prozess hinweg. Grundsätzlich werden wir uns als Spezialisten weiter auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren und weitere Services wie etwa Rechtsberatung zum Thema Datenschutz, IT-Dienstleistungen oder Finanzierungsservices über ein weitreichendes Kooperationsnetzwerk abdecken. Unser Ziel: Weiterhin erster Ansprechpartner und Kümmerer für unsere Mandanten zu sein!

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