Monatsinformation September 2026

Wichtige Steuerurteile und Änderungen

Wichtige Steuerurteile und Änderungen

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Im September 2026 gibt es eine Reihe wichtiger steuerlicher Entwicklungen für Privatpersonen, Unternehmer und Arbeitgeber. Neue Gerichtsentscheidungen, Änderungen bei der E-Rechnung sowie aktuelle Gesetzesvorhaben können unmittelbare Auswirkungen auf die steuerliche Praxis haben. Hier erhalten Sie einen kompakten Überblick über die wichtigsten Themen und deren Bedeutung für Ihre individuelle Situation.

Pflege von Angehörigen: Fahrtkosten weiterhin nur eingeschränkt abziehbar

Wer Angehörige persönlich pflegt, kann unter bestimmten Voraussetzungen einen Pflege-Pauschbetrag nutzen. Aktuelle finanzgerichtliche Entscheidungen zeigen jedoch, dass zusätzliche Fahrtkosten für Besuche, Unterstützung oder Arztbegleitungen nicht automatisch steuerlich als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden.
Für Betroffene ist daher wichtig, vor größeren steuerlichen Gestaltungen prüfen zu lassen, welche Aufwendungen tatsächlich steuerlich berücksichtigt werden können.

Dienstwagen und Entfernungspauschale: Richtige Angaben sind entscheidend

Bei der Nutzung eines Firmenwagens für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte müssen die Entfernungsangaben korrekt sein. Gerichte haben zuletzt verdeutlicht, dass fehlerhafte Angaben erhebliche steuerliche Folgen haben können.
Arbeitnehmer sollten deshalb sämtliche Angaben gegenüber dem Arbeitgeber sowie in der eigenen Steuererklärung sorgfältig prüfen, um spätere Nachforderungen oder steuerstrafrechtliche Risiken zu vermeiden.

Kindergeld bleibt auch bei Fernlehrgängen interessant

Ein geringer zeitlicher Umfang einer Bildungsmaßnahme führt nicht automatisch zum Verlust des Kindergeldanspruchs. Entscheidend ist vielmehr, ob die Ausbildung ernsthaft und zielgerichtet verfolgt wird.
Damit gewinnen digitale und flexible Ausbildungsformen weiter an Bedeutung. Familien sollten bestehende Ansprüche dennoch regelmäßig überprüfen lassen.

Neue Regelungen für das Laden von Elektroautos

Für Unternehmen und Arbeitnehmer werden die steuerlichen Regelungen zur Erstattung von Ladekosten für Elektro- und Hybridfahrzeuge weiter konkretisiert.
Neben der Ermittlung tatsächlicher Stromkosten kommen künftig auch vereinfachte Pauschalansätze in Betracht. Dies kann die praktische Abwicklung deutlich erleichtern, insbesondere bei privaten Ladeeinrichtungen und Photovoltaikanlagen.

Photovoltaikanlagen und Grunderwerbsteuer

Beim Kauf von Immobilien mit Solar- oder Photovoltaikanlagen ist künftig noch genauer zu unterscheiden, welche Anlagentypen zur grunderwerbsteuerlichen Bemessungsgrundlage gehören und welche nicht.
Gerade bei Immobilieninvestitionen und Unternehmensnachfolgen kann diese Unterscheidung steuerlich erhebliche Auswirkungen haben. Eine frühzeitige steuerliche Prüfung ist daher empfehlenswert.

Vorsteuerabzug bei Rechtsberatung gestärkt

Eine aktuelle höchstrichterliche Entscheidung stärkt die Position von Unternehmen beim Vorsteuerabzug. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Beratungskosten im Zusammenhang mit der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen zum Vorsteuerabzug berechtigen.
Das schafft mehr Rechtssicherheit für Unternehmen, die ihre wirtschaftlichen Interessen gerichtlich oder außergerichtlich durchsetzen müssen.

E-Rechnungspflicht: Weitere wichtige Klarstellungen

Die Einführung der E-Rechnung bleibt eines der zentralen Themen für Unternehmen. Aktuelle Verwaltungsanweisungen befassen sich unter anderem mit Vereinen, Kleinunternehmern, Sammelrechnungen, Rechnungsberichtigungen sowie den Anforderungen an die Archivierung.
Unternehmen sollten bereits jetzt prüfen, ob ihre Prozesse und Systeme die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und ob die digitale Archivierung den Vorgaben entspricht.

Neue Pläne zur Kassenpflicht

Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der eine allgemeine Kassenpflicht für bestimmte Unternehmen vorsieht. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und zur Digitalisierung des Steuerrechts geplant.
Da es sich derzeit um ein laufendes Gesetzgebungsverfahren handelt, können sich die Inhalte noch ändern. Unternehmen sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Jahressteuergesetz 2026 in Vorbereitung

Mit dem Jahressteuergesetz 2026 sind zahlreiche Änderungen in verschiedenen Bereichen des Steuerrechts geplant. Die Maßnahmen reichen von Digitalisierungsprojekten bis hin zu Anpassungen in einzelnen Steuerarten.
Für Unternehmen und Privatpersonen lohnt es sich daher, künftige Entwicklungen frühzeitig in die steuerliche Planung einzubeziehen.

Fazit

Der September 2026 bringt zahlreiche steuerliche Entwicklungen mit sich. Besonders die E-Rechnung, die steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen, neue Vorgaben für Elektrofahrzeuge sowie aktuelle Gerichtsentscheidungen sollten Unternehmen und Privatpersonen im Blick behalten. Wer rechtzeitig handelt und seine Prozesse anpasst, kann Risiken vermeiden und rechtliche Sicherheit gewinnen.
Sie möchten wissen, welche Auswirkungen die aktuellen steuerlichen Änderungen auf Ihr Unternehmen oder Ihre private Steuerplanung haben? Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie gerne bei der individuellen Bewertung und Umsetzung.
Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf. Gemeinsam finden wir die passende Lösung für Ihre steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

Ihr Ansprechpartner

Tobias Kiehl

Partner

MBA
LL.M. Taxation
Wirt.-Jur. LL.B.
Steuerberater

Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)
Fachberater für die Umstrukturierung von Unternehmen (IFU / ISM gGmbH)
Certified Tax Compliance Officer (DIZR e.V.)

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